Berühmte Reiter

Berühmte Amateur-Rennreiter und -Rennreiterinnen

Wie jeder andere Sport, so lebt auch der Amateurrennsport von den begeisterten Aktiven, die mit viel Einsatz und Enthusiasmus und unter teilweise nicht einfachen Bedingungen ihren Sport betreiben. Unter diesen gibt es einige Amateur-Rennreiter und -Reiterinnen von denen man mit ruhigem Gewissen behaupten kann, daß sie ihre Epoche geprägt haben und Rennsport-Geschichte geschrieben haben.

Zur Erinnerung an diese großen Reiter, möchten wir Ihnen nachfolgend einige mit ihren "Rennrekorden" vorstellen.

 

Rittmeister Otto Suermondt


Er ist und bleibt der "Champ of the Champs". 506 Siege bei 1.463 Ritte, eine Trefferquote von 34% um die ihn jeder aktive Profi dieser Welt beneidet. Dazu errang er 9 Championate und ritt Sieger in den bedeutensten Rennen seiner Zeit.

Auch wenn der Galopprennsport in Deutschland nicht zur absoluten Weltspitze zählt, so erlebte der Amateurrennsport von Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum 2. Weltkrieg in Deutschland eine Blüte, die auf der Welt ihresgleichen sucht. Man kann deswegen wohl behaupten, daß Otto Suermondt nicht nur der erfolgreichste Amateurrennreiter in Deutschland sondern wohl weltweit der Amateurrennreiter mit den meisten Siegen überhaupt ist.

Er war Offizier in einem Kavallerieregiment und auch wenn sein offizieller Status durch den Offiziers-Rang "Amateur" war, so war die Verquickung von Beruf und Hobby so eng, daß er sein Hobby sehr professionell betreiben konnte.

Er galt nicht als der stärkste Finish-Reiter, dafür verstand er es die Kräfte seines Pferdes im Rennen so geschickt einzuteilen, daß die Pferde leicht gewannen.

Sein Nachfolger als Champion der Amateurrennreiter, Fred Schmidt-Benecke sagte einst über ihn: "Es ist wahr, die Kunst dieses ausgezeichneten Reiters stand in einer Beziehung nicht ganz auf ihrer sonstigen Höhe - im Finish-Reiten!.....Hätte ihm die Technik des "Herausreitens" so zu Gebote gestanden, wie dem und jenem unserer anderen Champions, er wäre ein Phänomen gewesen. So war er "nur" ein Wunder!"

Ein Sturz am 27. Juli 1903, bei dem er einen Beckenbruch erlitt, beendete seine aktive Karriere. Er starb 1941 nach einem erfüllten Leben in Berlin Karlshorst.

 

Monika Blascyk


Mit 259 Siegen bei 1.617 Ritten hält Monika Blascyk seit über 10 Jahren den Nachkriegsrekord aller erfolgreicher Amateurrennreiter.

Sie war 1978 mit Varanes die erste Rennreiterin überhaupt, die im deutschem Derby geritten ist. Sie errang 6 Championate, davon 3 (1978 - 1980) in Folge. Sie hat wohl mehr in Sieger in Jockeyrennen als in Amateurrennen geritten und ihre großen Siege aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen.

Heute ist Monika Bascyk erfolgreiche Trainerin von Rennpferden in Verl/Westfalen.

 

Sven von Mitzlaff


In seinem Rekord stehen 153 Siege, die Zahl seiner Ritte ist nicht bekannt. Er ritt viele Sieger in großen und bedeutenden Hindernisrennen auf den Bahnen in Karlshorst, Grunewald und auch im ostpreußischem Insterburg.

In gewisser Weise ist Herr von Mitzlaff im Pferdestall geboren, sein Großvater war einst Kommandeur des Garde du Corps, des bedeutendsten Regiments der deutschen Kavallerie und späterer Leiter der weltbekannten Kavallerie-Schule in Hannover, sein Vater selbst erfolgreicher Rennreiter mit 144 Siegen war Trainer eines großen Stalls von Hindernispferden.

Nach dem Krieg begann Herr von Mitzlaff eine neue Karriere als Trainer von Rennpferden und nach einigen Anfangserfolgen in Hannover wurde er wenig später Privat-Trainer des Gestüts Zoppenbroich aus Mönchengladbach. Auch wenn er nur einen Trainer-Championat errang, so kann er doch als einer der erfolgreichsten Trainer der Nachkriegsgeschichte oder des deutschen Galopprennsports überhaupt genannt werden. Von ihm trainierte Pferde gewannen nicht weniger als 8 mal das Deutsche Derby dazu viele andere klassische und internationale Rennen , er war Trainer des legendären Orofino und errang mit Königsstuhl 1979 als einziger Trainer in der fast 200 jährigen Geschichte des deutschen Galopprennsports die 3-fache Krone, mit Siegen in Henckel-Rennen (heute Mehl-Mühlens- Rennen), Deutsches Derby und Deutsches St. Leger. Als er Anfang der 80'er Jahre aus gesundheitlichen Gründen den Trainerberuf aufgeben mußte, ging eine Ära im deutschen Galopprennsport zu Ende. Ein Grand Seigneur, der die Arbeit mit dem Pferd nicht als Beruf sondern als Berufung im besten Sinne verstanden hat, war abgetreten.

 

Rickwan Freiherr von der Lancken-Wakenitz


In seinem Rekord stehen 125 Siege bei 185 Ritten. Er gewann 5 mal das Championat der Amateurrennreiter von 1953 bis 1958, unterbrochen von E. Heidemann 1956, dazu zählt ein Erfolg im Underberg-Jagdrennen, dem einst schwersten Amateurrennen der Welt und der Gewinn der Figentri Europameisterschaft (heute Weltmeisterschaft) 1959.

Baron von der Lancken war in den politisch gewiß nicht einfachen 50'er Jahren damit einer der ersten Botschafter des Sports, die nicht unwesentlich das Bild vom Nachkriegsdeutschland in der Welt mitgeprägt haben.

 

Lt. von Raven, Dr. Fr. Riese, Lt. v. Egan-Krieger


Besondere Erwähnung verdienen die Championate von Lt. von Raven, 1909 mit 63 Siegen, Dr. Fr. Riese 1910 mit 62 Siegen und Lt. Frhr. v. Berchem (3. Gd. - Ul.) mit Lt. v. Egan-Krieger (1. Leib-Hus.) Im "toten Rennen" 1912 mit 61 Siege. Sie errangen das Championat mit mehr als 60 Siegern, die nie wieder in der Geschichte des Amateurrennsports erreicht wurden.

Die Zahl der Siege wirkt um so faszinierender, wenn man den Vergleich mit den Jockeys auf der Flachen liest. 1909 schlug Lt. v. Raven als Amateur den Profi Frank Bullock mit 63 zu 62 Siegen, Dr. Fr. Riese wurde 1910 mit 67 zu 62 Siegen knapp geschlagen und 1912 war der Vorsprung des Profis mit 89 zu 61 Siegen dann doch etwas deutlicher. Frank Bullok war der Jockey des frühen 20. Jahrhunderts in Deutschland, er errang nicht weniger als 5 Jockey-Championate.

Nach seiner erfolgreichen Karriere als Amateurrennreiter begann Dr. Riese eine Zweite nicht minder Erfolgreiche als Chemiker und Unternehmer. Seit vielen Jahrzehnten vertrauen Generationen von Müttern zur Pflege des Babypopos auf Dr. Rieses Penaten-Creme.

 

Susanna M. Santesson


Susanna Santesson ritt am 8. September 1974 mit Murad als erste weibliche Reiterin überhaupt in Deutschland einen Sieger in einem Jockeyrennen und das nicht "irgendwo", sondern auf der Paradebahn des Deutschen Turfs in Baden-Baden gegen die deutsche Jockey-Elite.

Das Kincsem Rennen, ein Ausgleich III war das letzte Rennen der "Großen Woche" und eigentlich rechnete niemand mehr mit etwas Besonderem, alle Fotografen hatten schon den Heimweg angetreten, so daß von diesem wegbereitenden Sieg einer Amateurrennreiterin kein Foto existiert. Neben diesem bedeuteden Sieg für die Amateurrennreiterinnen in Deutschland stehen bei ca. 500 Ritten 31 Sieger, davon 1 Sieg in Piatigorsk, damals UdSSR, zu Buche.

Heute ist Sie geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Amateurverbands und seit 2001 auch Generalsekretärin der Fegentri, des Weltdachverbandes der Amateurrennreiter. Die internationalen Erfolge Deutscher Reiter und das Ansehen des Deutschen Amateurrennsports in der Welt sind auch Ihr Verdienst. Sie ist ständig "auf Tour", bemüht sich um internationale Ritte für Deutsche Reiter und koordiniert die internationalen Rennen für die Weltmeisterschaft der Amateurrennreiter und -reiterin

Kontakt  

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